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“Energieeffizienz wird immer wichtiger”

ASV Stübbe produziert Armaturen, Pumpen sowie Mess- und Regeltechnik – Welchen Vorteil bietet das für den Kunden?

Wir können über die Grenzen der üblicherweise gelieferten Komponenten hinaus denken und bieten dem Kunden Systeme, die sonst als Einzelbausteine bei mehreren Lieferanten bezogen werden. Dabei können wir durch unsere hohe Fertigungstiefe und unsere Engineering-Kompetenz innerhalb kürzester Zeit Lösungen anbieten, die wir dann mit fast 100%iger Liefertreue produzieren.

Geht der Trend, Ihrer Meinung nach, in Richtung Einzelkomponenten oder Gesamtlösungen?

Ein leichter Trend zu Gesamtlösungen ist vorhanden. Viele unserer Wettbewerber können auf Grund ihrer Größe einfach nicht die Flexibilität aufweisen, um in die gleiche Richtung zu gehen, wie wir. Unsere Philosophie lautet: aus unserem Baukasten eine kundenspezifische Lösung zu bauen, und nicht, die Lösung des Kunden an unsere Produkte anzupassen. Dass dieses für uns der richtige Weg ist, zeigt unser stetig wachsender Marktanteil.

ASV Stübbe ist auf Produkte aus Kunststoff spezialisiert. Was ist der Grund dafür?

Zum einen liegt die Spezialisierung natürlich in unserer Historie begründet. Unser Unternehmen hat sich über Jahrzehnte einen immensen Erfahrungsschatz im Spritzgießen, der mechanischen Bearbeitung und dem Schweißen von Thermoplasten aufgebaut. Zum anderen ist es einfach so, dass die Marktsegmente, auf die wir unseren Fokus legen, Kunststoff als Werkstoff fordern. Aus der Kombination dieser beiden Fakten ergibt sich dann die strategische Ausrichtung unseres Unternehmens.

Ihre Produkte sind vor allem für aggressive, korrosive und Wasser gefährdende Stoffe ausgelegt. Wie müssen die Pumpen daher beschaffen sein und welche Anforderungen müssen sie erfüllen?

Eine der wichtigsten Fragen, nicht nur für unsere Pumpen, sondern für alle unsere Produkte, ist die der Medienbeständigkeit. Im Unterschied zu Herstellern, die sich zum Beispiel nur mit Edelstahl befassen, gibt es für uns eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten zwischen Dicht- und Gehäusewerkstoffen. Für jede Anfrage prüfen wir die verwendeten Medien und definieren spezifisch die zu verwendenden Werkstoffe. Daneben ist natürlich der sichere Betrieb über einen langen Zeitraum wichtig. Wir nutzen unsere langjährige Erfahrung, aber auch Methoden, wie rechnergestützte Festigkeits- oder Strömungsanalysen, um unseren Kunden die erwartete Zuverlässigkeit unserer Produkte bieten zu können. Weiterhin spielt auch die Qualität der eingesetzten Komponenten und Halbzeuge eine große Rolle. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und nutzen deswegen ausschließlich Produkte von namhaften Lieferanten, bei denen wir uns einer gleichbleibenden Qualität sicher sein können.

Die Anforderungen an unsere Produkte sind im Detail natürlich oft sehr unterschiedlich, grundsätzlich bieten wir aber jegliche Art von Prüfungen und Zertifizierungen, die in unseren Märkten gefordert werden.

Wir wollen unseren Kunden die Sicherheit geben, das für seinen Anwendungsfall bestmögliche Produkt erworben zu haben. Dabei stellen wir nicht den Anspruch, zum niedrigsten Einstandspreis anzubieten. Für uns steht das Gesamtpaket aus Lebensdauer, Wartungskosten und Sicherheit im Vordergrund.

Gerade dieses Jahr wurden Investitionsbudgets auf ein Minimum reduziert. Instandhaltung gewinnt daher mehr und mehr an Bedeutung. Wie macht sich diese Entwicklung bemerkbar?

Unabhängig von der Wirtschaftskrise ist Instandhaltung ein wichtiger Teil unseres Geschäfts. Genau an dieser Stelle können wir unsere Stärken wie Flexibilität und Fertigungstiefe ausspielen. Denn die geforderten Lieferzeiten sind verglichen mit Neuprojekten sehr kurz und es gibt eine sehr große Variantenvielfalt bei sehr kleinen Losgrößen.

Und mit welchen Produkten und Dienstleistungen reagiert ASV Stübbe darauf?

Wie bereits erwähnt, haben wir uns der kundenspezifischen Lösung verschrieben. Das heißt, egal, ob Neuprojekt oder Ersatz für eine defekte Pumpe, wir haben unser Produktprogramm und unsere Fertigung auf maximale Flexibilität ausgerichtet.

Auf welche Eigenschaften legen Anlagenbetreiber bei Pumpensystemen heute besonderen Wert?

Das Thema Energieeffizienz wird immer wichtiger. Pumpen zählen heute zu den bedeutendsten Verbrauchern elektrischer Energie. Wenn man bedenkt, dass in vielen Produktionsbetrieben hunderte oder tausende Pumpen arbeiten, kann man sich schon vorstellen, dass es dort ein gewaltiges Einsparpotential gibt. Leider ist es so, dass viele Betreiber heute schon über die Effizienz einer Pumpe nachdenken, die Anlagenhersteller aber normalerweise eher über den Einkaufspreis einer Pumpe. Deswegen werden oft Einsparpotentiale nicht genutzt, obwohl die Investition sich oft schon nach weniger als einem Jahr amortisiert.

Zur Achema haben Sie zahlreiche Produktneuheiten präsentiert. Sind diese in Zusammenarbeit mit Kunden entstanden und welche Wünsche tragen Kunden an Sie heran?

Alle unsere Entwicklungen resultieren aus dem Feedback, das wir aus dem Markt bekommen. Die Wünsche unserer Kunden gehen schwerpunktmäßig in zwei Richtungen.  Die erste ist, wie schon erläutert, Energieeffizienz. Der zweite Schwerpunkt ist eine immer exaktere Überwachung und Regelung von Prozessen. Daraus ist zum Beispiel unser prämierter Proportionalkugelhahn ProfiProp entstanden.

Die SHB-Baureihe und die Eintauchpumpe ETLB-E zeichnen sich durch eine kostengünstige Anschaffung aus. Wie lässt sich dieses gute Preis-Leistungsverhältnis realisieren, ohne Abstriche in punkto Zuverlässigkeit und Haltbarkeit machen zu müssen?

Wir haben einen Pumpenbaukasten entwickelt, der es uns erlaubt mit vielen Gleichteilen und möglichst wenig Einzelteilen, ein Maximum an Varianten in kurzer Zeit zu produzieren. Der Rest ist dann Automatisierung in Fertigung und Montage.